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Schimmelbefall: Anforderungen an Wohnungslüftung bei Berufstätigem


Oft behaupten Vermieter in Fällen der Mietminderung wegen Schimmelbefalls, dass die Mieter wegen nicht ausreichender Lüftung der angemieteten Räume verantwortlich für den Missstand seien. Tatsächlich ist ein Mieter verpflichtet, regelmäßig zu lüften, um dazu beizutragen, dass der Schimmelbefall vermindert, verhindert oder beseitigt wird. Das gilt auch, wenn die fehlerhafter Bausubstanz der Mieträume die Grundursache der Schimmelbildung darstellt. 

Allerdings kann nach Ansicht des Landgerichts Frankfurt von ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachgehenden Mietern nicht verlangt werden, dafür zu sorgen, dass ihre Mietwohnung während der Arbeitszeit in regelmäßigen Abständen gelüftet wird. In solchen Fällen reicht es aus, die Wohnung vor und nach der Arbeitszeit zu lüften. Bei dennoch auftretendem Schimmelbefall hat der ganztags berufstätige Mieter dann das Recht, die Miete entsprechend zu mindern. 

Einem ganztags berufstätigen Mieter kann nach einem Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main jedoch nicht zugemutet werden, dass er die Räume auf den ganzen Tag verteilt drei- bis viermal lüftet. Vielmehr muss es in diesem Fall ausreichen, die Fenster mehrmals vor und nach der Arbeit zu öffnen. Reichen diese Lüftungsmaßnahmen nicht aus, bleibt der Mieter gleichwohl berechtigt, die Miete angemessen zu mindern.

Urteil des LG Frankfurt vom 07.02.20

2-17 S 89/11

WuM 2012, 266


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