Investmentfonds Teil 2

Das Börsen- und Bankengeschäft hat seine eigene Sprache. Doch wer sein Geld in einzelne Aktien oder Fonds anlegt, sollte diesen Wortschatz kennen. Von Absicherung und Aktienfonds über Cost-Everage-Effekt und Dax bis zu Investmentanteil, Performance und Zwischengewinn - der vorliegende zweite Teil des Ratgebers zum Thema Investmentfonds erläutert von A bis Z die wichtigsten Begriffe für Fondsanleger.
  • Wichtige Begriffe für den Fondsanleger
  • Absicherung
  • Aktienfonds
  • Aktien-Indexfonds
  • Aktiv-Verwaltung
  • Altersvorsorge-Sondervermögen (AS)
  • Anlagepolitik
  • Anteilschein
  • Anteilwert
  • Ausgabeaufschlag
  • Ausgabepreis
  • Ausschüttung
  • Beta-Faktor
  • Blue-Chips-Fonds
  • Bond
  • Branchenfonds
  • BVI
  • BVI - Methode
  • Cost-Average-Effekt
  • Crash
  • Dachfonds
  • Dax®
  • Depotbank
  • Derivate
  • Dividendenfonds
  • Dow Jones Index
  • Effekten
  • Erträge
  • EuroStoxx50
  • Exchange Traded Funds (ETF)
  • Floor-Fonds
  • Fonds
  • Fondspicking
  • Fondsvermögen
  • Future-Fonds
  • Garantie-Fonds
  • Geldmarktfonds
  • Geldmarktnahe Fonds
  • Gemischte Fonds
  • Genussschein
  • Geschlossene Fonds
  • Hedge-Fonds
  • Immobilienfonds, offener
  • Immobilienfonds, geschlossener
  • Index-Fonds
  • Inflations-Fonds
  • Investmentanteil
  • Investmentfonds
  • Kosten
  • Kurzläufer-Fonds
  • Länderfonds
  • Laufzeitfonds
  • Luxemburg-Fonds
  • Mid-Cap-Fonds
  • Mindestanlagesumme
  • Mischfonds
  • No-Load Funds
  • Offene Fonds
  • Öko-Fonds
  • Optionsscheinfonds
  • Performance
  • Publikumsfonds
  • Quant Funds
  • Rechenschaftsbericht
  • Regionen-Fonds
  • REITs
  • Rentenfonds
  • Rohstofffonds
  • Rücknahmepflicht
  • Rücknahmepreis
  • Small-Cap-Fonds
  • Sondervermögen
  • Spezialfonds
  • Steueroptimierte Fonds
  • Swap-Geschäfte
  • Switchen
  • Thesaurierende Fonds
  • Turnaround-Fonds
  • Umweltfonds
  • Verkaufsprospekt
  • Wandelanleihefonds
  • Wertpapier-Kennnummer (WKN)
  • Zertifikat
  • Zwischengewinn

Wichtige Begriffe für Fondsanleger

Der zweite Teil des Ratgebers "Investmentfonds" erläutert wichtige Fachbegriffe für Fondsanleger. In alphabetischer Reihenfolge wird nachfolgend "Börsenlatein" für Außenstehende verständlich gemacht.

Zur detaillierten Information über Investmentfonds und den damit verbunden steuerlichen Aspekten greifen Sie bitte auf den ersten Teil dieses Ratgebers zurück.


Absicherung

Die Kurse der Aktien, Renten und Devisen unterliegen Schwankungen, die mit Hilfe von modernen Finanzinstrumenten (Futures, Optionen, Swaps) im Fondsvermögen abgesichert werden können. Diese Absicherungsmechanismen verwenden überwiegend Hedge-Fonds.


Aktienfonds

Investmentfonds, die das eingezahlte Kapital (nahezu) ausschließlich in Aktien investieren.

Die Aktienauswahl ist abhängig von den Anlagegrundsätzen des Fonds. Dabei kann folgende Einteilung vorgenommen werden:
Fonds, die:

  • ausschließlich in deutsche Aktien investieren
  • ausschließlich in ausländische Aktien investieren
  • auf Aktien aus Euro-Ländern setzen
  • iin deutsche und ausländische Aktien investieren
  • in Aktien bestimmter Branchen und Sektoren investieren
  • nur in bestimmte Länder investieren

Aktien-Indexfonds

Investmentfonds, die genau in die Aktien oder Rentenwerte investieren, aus denen sich der Index wie beispielsweise DAX®, EURO STOXX, Dow Jones oder Nikkei zusammensetzt.

Als Hintergrund für diesen Anlagengrundsatz gilt, dass der private Anleger auf Grund nicht vorhandener ausreichender Geldmittel unmöglich sein Kapital in die gesamte Breite eines Aktien- oder Rentenmarktes investieren kann. Daher bieten Fondsgesellschaften ihm diese Möglichkeit an. Der Kurs der Anteile bewegt sich parallel zum zu Grunde liegenden Index. Hierdurch wird die Wahrscheinlichkeit reduziert, dass die Wertentwicklung des Fonds schlechter verläuft als der gesamte Markt. Auf der anderen Seite ergibt sich natürlich auch keine Möglichkeit, eine Überperformance zu erreichen.

Aktiv-Verwaltung

Es handelt sich um aktiv verwaltete Fonds, dessen Zusammensetzung von einem Fondsmanager beobachtet, überprüft und je nach Marktsituation angepasst wird. Durch die Anpassung des Fondsportfolios an sich verändernde Marktbedingungen, versucht der aktiv verwaltete Fonds die Performance eines Referenzindex zu übertreffen. Dividenden werden in der Regel reinvestiert.

Altersvorsorge-Sondervermögen (AS)

Gesetzlich geregelte private Altersvorsorge mit Investmentfonds. Die Anlage basiert auf Substanzwerten, das heißt, es werden Aktien und Immobilienbeteiligungen zu mindestens 51 Prozent des Fondsvermögens erworben. Da es sich hier um eine langfristige Anlageform handelt, erfolgt keine jährliche Ausschüttung der Erträge, vielmehr werden diese sofort wieder angelegt (thesauriert) und erhöhen dadurch das Fondsvermögen.

Anlagepolitik

Die Anlagepolitik dient der Verwirklichung der Anlageziele. Das geschieht beispielsweise durch die Auswahl der Wertpapiere, die Festlegung der Kauf- und Verkaufszeitpunkte oder die Steuerung der Barreserve. Die Anlagepolitik deutscher Fonds muss sich im Rahmen gesetzlicher und vertragsmäßiger Vorschriften bewegen.

Anteilschein

Wertpapier, das die Ansprüche des Anteilinhabers gegenüber der Kapitalanlagegesellschaft festhält. Der Anteilschein beziehungsweise das Investmentzertifikat ist eine Urkunde, die dem Inhaber das Miteigentum am Fondsvermögen verbrieft.

Anteilwert

Der Anteilwert ist die Summe aller im Sondervermögen enthaltenen Gegenstände bezogen auf einen Anteilschein. Der Anteilwert wird börsentäglich ermittelt und ist gleichbedeutend mit dem Rücknahmepreis.

Ausgabeaufschlag

Einmalige Gebühr, die Anleger beim Kauf von Fondsanteilen in erster Linie zur Deckung der Vertriebskosten zahlen müssen.

Der Ausgabeaufschlag fällt lediglich beim Kauf der Anteile an und ist bereits im Ausgabepreis der Investmentzertifikate enthalten. Er wird als Prozentsatz auf der Basis des Rücknahmepreises oder des Anlagebetrages ausgedrückt. Seine Höhe hängt von der Art des Fonds, seinem Anlageschwerpunkt, der Höhe des Anlagebetrages und der Kapitalanlagegesellschaft ab. Die Spannweite reicht von null bis acht Prozent.

Ausgabepreis

Der Ausgabepreis ist der Preis, zu dem ein Anteil an einem Investmentfonds erworben werden kann. Die Höhe dieses täglich ermittelten Preises ergibt sich aus dem jeweiligen Wert des Fondsvermögens, dividiert durch die Summe der umlaufenden Anteile, zuzüglich des Ausgabeaufschlages.

Ausgabepreis = Anteilwert (Rücknahmepreis) + Ausgabeaufgeld

Ausschüttung

Bei einem ausschüttenden Investmentfonds werden ordentliche und teilweise außerordentliche Erträge einmal pro Jahr ausgegeben. Bis zum Ausschüttungstag sammeln sich die Erträge im Fondsvermögen an und erhöhen damit im Jahresverlauf den Anteilwert. Am Ausschüttungstag vermindert sich der Anteilwert exakt um den ausgezahlten Betrag.

Die ordentlichen Erträge setzen sich bei Wertpapierfonds aus Dividenden und / oder Zinsen zusammen. Die außerordentlichen Erträge enthalten bei allen Fondsarten insbesondere Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren. Ausschüttungen werden in "Euro je Anteil" festgesetzt.

Beta-Faktor

Der Beta-Faktor vergleicht die Kursschwankung einer Aktie im Verhältnis zu Veränderungen des gesamten Aktienmarktes eines Landes. Ist der Beta-Faktor größer als eins, unterliegt die Aktie höheren Kursschwankungen als der Gesamtmark. Bei einem Faktor unter eins hat sie eine geringere Schwankungsbreite als der Index.

Blue-Chips-Fonds

Bezeichnung für Aktienfonds, die überwiegend in substanz- und ertragstarke große internationale Unternehmen mit einer hohen Börsenkapitalisierung und einem entsprechend hohen Marktgewicht anlegen.

Bond

Bezeichnung für festverzinsliche Wertpapiere, insbesondere Anleihen.

Branchenfonds

Fonds, der hauptsächlich in Aktien einer bestimmten Branche investiert, beispielsweise in Biotechnologie-, Automobil- oder Chemiewerte.

BVI

Abkürzung für "Bundesverband Investment und Asset Management e.V.". Dahinter verbirgt sich eine Interessengemeinschaft aus nahezu allen deutschen Kapitalanlagegesellschaften.

BVI-Methode

Eine vom Bundesverband deutscher Investmentgesellschaften e.V. (BVI) entwickelte Methode zur Berechnung der Wertentwicklung eines Investmentfonds.

Es gibt einige Möglichkeiten, den Erfolg von Investmentfonds zu messen. Jede Methode ist für bestimmte Betrachtungen geeignet. Die Wertentwicklungsberechnungen des BVI vergleichen die Managementleistung und dienen als Vorstufe für die Errechnung des persönlichen Anlageerfolgs.

Der BVI berechnet die Managementleistung der deutschen Investmentfonds für eine einmalige Anlage eines bestimmten Betrages. Maßgebend sind die Anteilwerte der Fonds zum Beginn und zum Ende des Berechnungszeitraums sowie die Gesamtausschüttungen inklusive der Körperschaftsteuerguthaben. Individuelle steuerliche Faktoren gehen nicht in die Berechnung mit ein. Die während des Berechnungszeitraums erfolgten Ausschüttungen werden am Tag der Ausschüttung stets als zum Anteilwert wieder angelegt betrachtet, wie es bei einem Investmentkonto der Fall ist. Dabei wird davon ausgegangen, dass das eingesetzte Kapital hundertprozentig zur Anlage kommt und Ausschüttungen sofort wieder angelegt werden. Dies hat zur Folge, dass die nach dieser Methode errechnete Wertentwicklung in der Regel nicht dem tatsächlichen Anlageergebnis entspricht. Die Berechnung erlaubt aber einen Vergleich der Managementleistung verschiedener Fonds mit ähnlichen Anlageschwerpunkten.

Cost-Average-Effekt

Die regelmäßige Einzahlung gleich bleibender Beträge in einen Investmentfonds hat für den Sparer den Vorteil, dass er die Anteile bei unterschiedlichen Ausgabepreisen zu einem insgesamt günstigeren Durchschnittspreis (gegenüber einer konstanten Anzahl gezeichneter Anteile) kauft. Dieser Vorteil wird Cost-Average-Effekt genannt. Grund für den Vorteil: Der Anleger erwirbt bei steigenden Kursen weniger, bei fallenden Kursen mehr Fondsanteile. Zudem kann er im Rahmen eines Sparprogramms auch Anteilsbruchteile erwerben zu können, anstatt volle Stücke kaufen zu müssen.

Beispiel zum Kauf von Fonds bei schwankenden Kursen: A erwirbt immer für den gleichen Betrag Fondsanteile, B immer die gleiche Fondsanzahl:

Anleger

A


B


Kurs

Stück

Preis

Stück

Preis

30

33,33

1.000

15

450

100

10,00

1.000

15

1.500

40

25,00

1.000

15

600

80

12,50

1.000

15

1.200

60

16,66

1.000

15

900

Einsatz


5.000


4.650

Bestand

97,50

5.850

75

4.800

Preis/St.

51,28


62





Crash

Kurseinbruch an den Wertpapiermärkten von mehr als zehn Prozent.

Dachfonds

Investmentfonds, der das Fondsvermögen nicht direkt in Wertpapiere, sondern in andere Fondsanteile anlegt.
Sie bieten somit eine doppelte Risikostreuung, indem sie das Vermögen auf mehrere Zielfonds verteilen.

Dachfonds werden auch "Fund of funds" genannt und können in Deutschland seit 1999 aufgelegt werden.
Pro Einzelfonds dürfen höchstens 20 Prozent des Kapitals eingesetzt werden.

Eine doppelte Kostenbelastung ergibt sich für den Anleger nicht, da der Ausgabeaufschlag und die Verwaltungsgebühr nur einmal berechnet werden darf. Durch die Aufteilung eines Anlagebetrages auf mehrere Einzelfonds ergibt sich eine höhere Risikostreuung und ein entsprechend vermindertes Risiko. Es handelt sich im engeren Sinne um eine standardisierte Vermögensverwaltung ohne nennenswerten Mindestanlagebetrag. Die Auswahl der entsprechenden Fonds trifft das Fondsmanagement.

Dachfonds sind für Sparer mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont geeignet. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist von der Anlagepolitik des einzelnen Dachfonds abhängig, je nachdem in welche Zielfonds der Fonds investiert. Durch die Verteilung auf mehrere Investmentfonds sind aber normalerweise Risiko und Chance geringer als ein Investment in einen Einzelfonds.

Steuerlich ergeben sich keine Unterschiede zu herkömmlichen Investmentfonds.

Seit 2004 hat das Produkt eine zusätzliche Attraktivität erhalten. Denn die Deutschen dürfen seitdem in die spekulativen Hedge-Fonds investieren - Privatanleger allerdings nur über Dachfonds.

Dax®

Abkürzung für "Deutscher Aktienindex".

Der DAX® wird an jedem Börsentag in Frankfurt alle 15 Sekunden neu festgestellt und errechnet sich aus den Kursen der 30 kapitalstärksten, umsatzstärksten und größten Aktiengesellschaften in Deutschland an der Computerbörse XETRA. Diese 30 verschiedenen Aktiengesellschaften repräsentieren etwa 75 Prozent des deutschen Börsenkapitals. Auf diese Firmen entfallen rund 85 Prozent der gesamten Börsenumsätze.

Der Index wird als Kurs- und Performance-Index berechnet. Letzterer wird um Dividendenzahlungen und Bezugsrechte bereinigt. Über die Veränderung der Indexzusammensetzung entscheidet die Deutsche Börse. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Historische Indexdaten werden bis 1959 zurückgerechnet. Der DAX® wurde von Anfang an so konzipiert, dass er zur Grundlage von Termingeschäften werden konnte, die über die EUREX möglich sind.

Neben dem DAX® haben sich weitere wichtige Sub-Indizes gebildet, etwa der:

  • MDAX® (enthält 50 variabel gehandelte Nebenwerte).
  • VDAX®.
    Der Dax-Volatilitätenindex drückt die vom Terminmarkt erwartete Schwankungsbreite des DAX® in Prozent aus. Je höher diese Prozentzahl ist, desto größere Schwankungen werden erwartet.
  • SDAX®.
    Hierbei handelt es sich um einen Index für 50 Nebenwerte, so genannte Smallcaps
  • TecDAX®. Es handelt sich um einen Index für Technologieunternehmen und ist Nachfolger des NEMAX

Depotbank

Mit der Verwahrung der Anteilscheine muss die Kapitalanlagegesellschaft ein Kreditinstitut (Depotbank) beauftragen. Diese berechnet die Anteilspreise, ist verantwortlich für die Ausgabe und Rücknahme der Investmentanteile und überwacht außerdem die Einhaltung der Anlagegrundsätze. Die Depotbank steht unter der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Derivate

Unter diesem Begriff versteht man Finanzkontrakte, deren Erfolg sich vom Wert anderer Basisinvestments wie Aktien, Anleihen, Edelmetalle oder Devisen ableitet. Es handelt sich um Instrumente, mit denen ein Anleger auf fallende oder steigende Kurse spekulieren oder eine Absicherung seines Depots erreichen kann. Dabei gibt es insbesondere vielfältige Formen von Termin- und Optionsgeschäften sowie Zins- und / oder Währungstauschoperationen. Derivate können an den Börsen gehandelt oder außerbörslich von Marktteilnehmern abgeschlossen werden.

Eine Grobunterteilung der Derivate lässt sich wie folgt vornehmen:

  • Terminkontrakte, beispielsweise DAX®-/Bund-Futures, Optionen auf Index oder einzelne Aktien
  • Zertifikate
  • Aktienanleihen
  • Investmentfonds, beispielsweise Future-Fonds
  • Optionsscheine
  • Spezialanleihen, beispielsweise: Doppelwährungsanleihen, Kombizinsanleihen, Revers Floater

Vom Grundsatz her sind Derivate sinnvoll, können sie doch Risiken abdecken, die sich in der Zukunft ergeben könnten. Die Hauptfunktion der Derivate ist der Risikotransfer von risikoscheuen zu weniger risikoscheuen Marktteilnehmern. Exporteure und institutionelle Anleger können sich gegen unliebsame Schwankungen absichern; Spekulanten übernehmen diese Risiken und versuchen, ihrerseits Gewinne zu erzielen. Das Wachstum an derivativen Finanzinstrumenten nimmt ständig zu, insbesondere im Handelsvolumen.

Nicht alle Derivate gelten als spekulativ. So bieten etwa Garantie- oder Discountzertifikate sowie Aktienanleihen ein geringeres Risiko als die vergleichbaren Basisprodukte und eignen sich auch für konservative Anleger.

Dividendenfonds

In der Dividendensaison 2007 haben alleine die 30 DAX-Konzerne rund 28 Milliarden Euro ausgeschüttet - auch ohne Sonderzahlungen eine Steigerung im Vergleich zu 2006 um rund 30 Prozent. Für 2008 werden noch einmal Zuwächse erwertet. Die gezielte Suche nach Unternehmen diesseits und jenseits der Grenze, die ihre Aktionären jedes Jahr großzügig ein den Jahresüberschüssen beteiligen, nehmen Anlegern Investmentfonds ab. Daneben weisen diese Anteile im Vergleich zu herkömmlichen Aktienfonds eine geringere Volatilität auf, die Dividende wirkt hier als Kurspuffer.

Vorteil dieser Strategie insbesondere für sicherheitsbewusste Sparer ist, dass die Manager statt in Technologiefirmen mit hohen Zukunftserwartungen eher in konservativere Branchen investieren.
Positiv wirkt zudem, dass sich die Fonds antizyklisch verhalten. Steigt der Kurs einer Aktie stark an, sinkt automatisch die Rendite bei gleicher Dividendenhöhe. Somit fallen die aus dem Vermögen raus. Umgekehrt werden Titel erworben, bei denen sich aufgrund fallender Notierungen ansteigende Dividendenrenditen ergeben.

Im Vergleich zu Zertifikaten, die auf Dividendenindizes setzen, haben Fonds allerdings zwei Nachteile:

  • Die ausgeschüttete oder thesaurierte Dividende muss der Anleger als Kapitaleinnahme versteuern, ab 2009 sogar in voller Höhe. Bei Zertifikaten kann die im Kurs eingerechnete Ausschüttung nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei bleiben.
  • Zertifikate mit Referenz auf einen Index sind in der Regel mangels Ausgabeaufschlag und geringen laufenden Gebühren preiswerter als Investmentfonds. Sie sind auch transparenter, wenn sie sich 1:1 auf einen bekannten Index beziehen.

Dow-Jones-Index

Am 26. Mai 1896 begann an den Weltbörsen eine neue Ära: Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) erblickte das Licht der Welt. Er begann seine Erfolgsgeschichte mit einem Stand von 40,94 Punkten. Er bestand damals aus zwölf Werten - in der Mehrzahl Eisenbahnaktien. Von den Gründungsmitgliedern ist heute nur noch General Electric im Index vertreten. Die Väter des international wohl am meisten beachteten Kursindex waren die Journalisten Charles Dow und Edward Jones, die einfach die Kurse der zwölf wichtigsten Unternehmen addierten und hieraus einen Durchschnittswert errechneten. Noch heute, 110 Jahre später, wird das Börsenbarometer von der Zeitung errechnet, die Dow und Jones 1889 gemeinsam gründeten: dem "Wall Street Journal".

Der "Dow" ist längst mehr als ein einfacher Kurswertanzeiger. Er ist Stimmungsbarometer des Geldes auf dem größten Kapitalmarkt der Welt und zeichnete wie ein Seismograph die politische und wirtschaftliche Geschichte durch Kriege, Krisen und Boomzeiten nach. Am 19. Oktober 1987 kam er durch einen Rekord-Tagesverlust von 508 Punkten (23 Prozent) zu weltweiter Prominenz. Er gilt auch als Vorreiter für die anderen Weltbörsen, nicht zuletzt hängt vom Dow-Schluss des Vortages die Börsenstimmung des Folgetages in Asien und Europa ab.

Der DJIA umfasst seit dem Jahre 1928 die 30 wichtigsten an der New Yorker Effektenbörse Stock Exchange gehandelten Industrieaktien. Über die Zusammensetzung entscheidet die Redaktion des Wall Street Journals: Ein Dow-Wert muss sich im Besitz von möglichst vielen privaten und institutionellen Investoren befinden sowie eine dominierende Rolle in seinem Industriezweig spielen. Stets waren dies Titel von großkapitalisierten Firmen, die auf eine lange Periode stetigen Gewinnwachstums zurückblicken können und allgemein bekannte Qualitätsprodukte herstellen. Der DJIA wird daher auch gerne als Barometer der Blue Chips bezeichnet. Der Dow Jones Index wird börsentäglich und fortlaufend zwischen 09.30 und 16.00 Uhr (15.30 - 22.00 MEZ) berechnet.

Effekten

Das sind Wertpapiere, die sich zur Kapitalanlage eignen, beispielsweise festverzinsliche Wertpapiere und Aktien sowie Investmentanteile. Keine Effekten sind insbesondere Schecks und Wechsel.

Erträge

Zu ordentlichen Erträgen zählen Zins- und Dividendeneinnahmen. Diese unterliegen vollständig der Steuerpflicht. Unter außerordentlichen Erträgen versteht man Veräußerungs-(Kurs-)Gewinne sowie Bezugsrechtserlöse, die dem Privatanleger zum Teil steuerfrei zufließen.

EuroStoxx50

Dieser weltweit beachtete europäische Aktienindex sowie sein Bruder Stoxx50 sind Warenzeichen der Firma Dow Jones, welche die Finanzzeitschriften Wall Street Journal sowie Barron's herausgibt. Seit der Einführung wird unterschieden zwischen den 50 größten europäischen Unternehmen allgemein (Stoxx50) und den 50 größten europäischen Unternehmen, die aus Ländern kommen, die zur Euro-Zone gehören (EuroStoxx50). Insbesondere der EuroStoxx hat sich zu einem der führenden Börsenbarometer Europas entwickelt. Der Stoxx50 wird dagegen entgegen seiner Bedeutung häufig vernachlässigt, da lediglich schweizerische und britische Unternehmen wie Nestlé, Novartis, Vodafone oder BP hinzukommen.

Exchange Traded Funds (ETF)

Solche so genannte Index-Aktien sind eine in Deutschland relativ neue Wertpapierart und beziehen sich wie Zertifikate auf den Verlauf von Indizes. Diese Produkte (XTF) werden an der Börse gehandelt und sind eigentlich ganz normale Fonds handelt, die einen Index eins zu eins abbilden. Es fallen keine Ausgabeaufschläge, sondern nur die banküblichen Provisionen an. Die Managementgebühr liegt bei 0,3 bis 0,5 Prozent, während sie bei herkömmlichen Fonds doppelt so hoch ist.

Diese Produkte können lediglich so gut sein, wie der zu Grunde liegende Index. Denn der gibt vor, welche Werte mit welchem Gewicht im Fonds enthalten sind. Das muss aber kein Nachteil sein. Denn aktiv gemanagte Aktienfonds schlagen den Referenzindex in mehr als der Hälfte der Fälle nicht.

Index-Aktien erfreuen sich bei Privatanlegern zunehmender Beliebtheit. Einer der wesentlichen Gründe hierfür liegt in der Tatsache, dass der Besitzer nicht bis zum nächsten Tag mit dem Verkauf warten muss, sondern permanent veräußern kann. Gegenüber vergleichbaren Zertifikaten haben die Exchange Traded Funds den Vorteil, dass kein Ausfallrisiko besteht, da die Aktien als Sondervermögen tatsächlich vorhanden sind und eine Rückzahlung nicht von der Bonität des Emittenten abhängt.

Floor-Fonds

Es handelt sich um Investmentfonds, bei denen der Anleger einen garantierten Mindestbetrag erhält. Der Rücknahmepreis (Floor) fällt somit nicht unter einen bestimmten Betrag. Es handelt sich hierbei meist um Fonds, die einen Großteil des Vermögens in Rentenpapiere mit relativ geringem Kursrisiko investieren. Im Vergleich zu Garantiefonds, die mindestens einen festen Betrag zum Ende der Laufzeit garantieren, wird hier ein fester Prozentsatz vom Tageskurs versichert.

Der private Anleger kann vergleichbare Absicherungen durch direkte Investitionen nur erreichen, wenn er auf Grund eines umfangreichen Vermögens breit streuen kann.

Steuerlich ergeben sich keine Besonderheiten zu herkömmlichen Fonds.



Fonds

Kurzbezeichnung für die von einer Kapitalanlagegesellschaft verwalteten Vermögen, die in Wertpapieren oder Immobilien angelegt sind.

Investmentfonds sind Sondervermögen, die von einer Kapitalanlagegesellschaft verwaltet werden. Das Fondsvermögen kann aus Aktien, Optionsscheinen, festverzinslichen Wertpapieren, anderen Fondsanteilen, Immobilien, Festgeld, Derivaten und / oder Geldmarktpapieren bestehen.
Stille Beteiligungen, Edelmetalle und Terminkontrakte auf Waren dürfen nur Single-Hedge-Fonds auflegen, die nicht an Privatanleger vertrieben werden dürfen. Dabei müssen die Fondsmanager eine Reihe von Vorschriften zur Risikobegrenzung beachten. Motto hierbei: Nicht alles auf eine Karte setzen, sondern eher streuen.

Fondspicking

Vermögensverwaltung, wobei die Anlagegelder in diverse Fonds investiert und durch Umschichtungen sowie gezielten Kauf und Verkauf gemanagt werden.

Fondsvermögen

Es umfasst den Gesamtwert aller Vermögensgegenstände des Sondervermögens. Das Fondsvermögen eines Wertpapierfonds besteht aus Aktien und / oder festverzinslichen Wertpapieren, einer Barreserve sowie sonstigen Vermögenswerten, beispielsweise Optionsrechten.

Nach dem Investmentgesetz (InvG) handelt es sich um "Vermögen zur gemeinschaftlichen Kapitalanlage, das nach den Grundsätzen der Risikomischung in Vermögensgegenständen angelegt ist". Keine Rolle spielt die Finanzierung, das Vermögen kann also aus Eigen- oder Fremdkapital gebildet werden.
Erwerbbare Vermögensgegenstände sind:

  • Wertpapiere
  • Geldmarktinstrumente
  • Derivate
  • Bankguthaben
  • Immobilien
  • Immobilien-Gesellschaften
  • Investmentfonds-Anteile
  • Stille Beteiligungen
  • Edelmetalle
  • Terminkontrakte auf Waren
  • Unternehmensbeteiligungen

Die Tätigkeit der Fondsmanager muss ausschließlich im Interesse der Anleger und unabhängig von der Weisung Dritter liegen. Auf Grund ihrer Größe könnten Fonds durch gezielte An- oder Verkäufe die Börsenkurse beeinflussen. Dies ist jedoch genauso untersagt wie die Ausnutzung von Insiderinformationen.

Future-Fonds

Investmentfonds, die das eingesammelte Geld zumindest teilweise an den internationalen Terminmärkten in Future-Kontrakten einsetzten, ähnlich den Hedge-Fonds.

Durch die Investition in Future-Fonds besteht auch für den kleineren Anleger die Möglichkeit, sich am Termingeschäft zu beteiligen, und das mit relativ geringem Kapitaleinsatz. Dabei besteht die Möglichkeit, sowohl an steigenden, als auch an fallenden Aktien- und Rentenmärkten zu partizipieren. Für den Privatanleger besteht der Vorteil neben dem geringen Einsatz und dem relativ niedrigen Risiko in der Möglichkeit, sein übriges Vermögen dynamisch zu optimieren oder gegen Verlustrisiken abzusichern.

Garantie-Fonds

Investmentfonds, die innerhalb einer festgesetzten Laufzeit entweder die Rückzahlung des eingezahlten Kapitals oder eines bestimmten Prozentsatzes davon - beispielsweise 90 Prozent - versprechen. Die Garantie wird erfüllt, indem das Kursrisiko an den Aktienmärkten durch entsprechende Options- oder Absicherungsstrategien begrenzt wird. Die Renditen werden durch gleichzeitig erworbene Anleihen erwirtschaftet, durch die dann dem Anleger ein Garantiebetrag gewährt werden kann.

Das Prinzip: Der größte Teil des Anlagekapitals wird in festverzinsliche Wertpapiere oder Zerobonds investiert. Die Quote ist abhängig von der zugesagten Garantie. Je höher diese ist, umso mehr Kapital muss in Anleihen fließen und um so weniger steht für spekulative Investments zur Verfügung.

Diese Sicherheit sowie der Wegfall von Risiko kosten Geld und damit Rendite. Ein Anleger nimmt nicht voll an einem Börsenaufschwung teil, Kursverluste werden durch den Garantiebetrag aufgefangen. Wer erst nach der Emission in Garantiefonds einsteigt, kann auch Verluste machen. Liegt der Kurs beispielsweise bei 110 Euro und werden lediglich 100 Euro garantiert, ist ein Verlust von 10 Euro plus Ausgabeaufschlag möglich.

Die Besteuerung erfolgt wie bei herkömmlichen Investmentfonds. Die Zusicherung einer festen Rückzahlung ändert hieran nichts. Durch den hohen Investitionsgrad in Rentenpapiere ist der steuerpflichtige Anteil an den Einnahmen - im Gegensatz zu Aktienfonds - jedoch sehr hoch.

Geldmarktfonds

Investmentfonds, die ausschließlich oder überwiegend in Geldmarkttitel und liquiden Papieren mit sehr kurzen Laufzeiten anlegen. Zu den Geldmarktinstrumenten zählen neben Termingeldern, Schuldscheindarlehen und Anleihen mit kurzer Restlaufzeit auch Commercial Papers und Einlagen bei Banken. Ein Vorteil gegenüber Termingeldern oder Spareinlagen besteht darin, dass man nicht an bestimmte Fristen von 30, 60 oder 90 Tagen gebunden ist, sondern - bei attraktiver Verzinsung - jederzeit über das Geld verfügen kann.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Rentenfonds sind die Ausgabenaufschläge sehr gering. Meist werden diese Fonds ohne jeglichen Ausgabeaufschlag angeboten, so dass kurzzeitige Käufe und Verkäufe lohnenswert sein können und auch dem Charakter einer Kurzfristanlage entsprechen. Sie bieten sich insbesondere zur kurzfristigen Geldanlage an und stellen eine interessante Alternative zum Festgeld dar.

Geldmarktfonds bieten eine vergleichsweise hohe Verzinsung, da sie das ihnen von den Kleinanlegern anvertraute Geld sammeln und in großen Summen zu höheren Zinssätzen anlegen können als bei Anlagen mit kleinen Festgeldbeträgen. Die Fonds ermöglichen es damit dem Anleger, auch mit kleinen Sparbeträgen eine Rendite zu erlangen, die ansonsten nur Großanlegern angeboten werden. Durch die kurze Laufzeit der investierten Wertpapiere sind keine oder nur geringe Kursrisiken infolge von Zinsänderungen zu erwarten. Simulierte Rückblicke in die Vergangenheit erlauben es den Fondsgesellschaften, ein Renditeversprechen vorzunehmen. Der Kurs


Geldmarktnahe Fonds

Investmentfonds, die in festverzinsliche Wertpapiere mit kurzen Restlaufzeiten und variabel verzinslichen Anleihen sowie Termingeldern anlegen. Das Ziel besteht darin, eine möglichst stetige, von Zinsschwankungen weitgehend unabhängige Wertentwicklung in der jeweiligen Fondswährung zu erwirtschaften.

Es handelt sich bei diesen Investmentfonds um Vorläufer der Geldmarktfonds. Sie investieren nur einen Teil des Vermögens in Kurzfristanleihen und den übrigen Teil in Rentenpapiere mit kurzer Laufzeit oder Floater. Der Nachteil zu reinen Geldmarktfonds liegt im vergleichsweise höheren Kursrisiko sowie im Ausgabeaufschlag. Kursschwankungen und Aufschlag sind zwar gering, doch bei Geldmarktfonds noch niedriger bis nicht vorhanden. Steuerlich ergeben sich keine Unterschiede zu reinen Geldmarktfonds.

Bewegt sich zumeist in eine Richtung: Leicht nach oben.

Gemischte Fonds

Gemischte Fonds greifen den ursprünglichen Gedanken des Investmentsparens am stärksten auf. Denn es handelt sich hierbei um Fonds, die das Anlagevermögen sowohl in Aktien als auch in Anleihen investieren - je nach Börsen- und Zinslage. Der Fondsverwalter arbeitet eher wie ein Vermögensverwalter, da er in der Anlageentscheidung nicht auf eine Anlageart beschränkt ist, sondern je nach Kapitallage in die eine oder andere Richtung investiert. Sie eignen sich für den Anleger, der sein Vermögen nicht selber verwalten möchte und die Entscheidung komplett dem Fondsmanagement überlässt.


Genussschein

Ein Genussschein ist ein Wertpapier, das ähnlich einer Aktie das Recht am Reingewinn oder am Liquiditätserlös einer Aktiengesellschaft verbrieft. Es beteiligt den Käufer am Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens. Im Unterschied zu Aktien ähneln Genussscheine normalen Schuldverschreibungen, da der Herausgeber meist eine Fest- oder Mindestverzinsung garantiert. Der Anleger beteiligt sich also am Unternehmen, ohne dass ihm die Rechte eines Aktionärs zustehen. Daher werden sie auch als "Zwitter" zwischen Aktie und Anleihe bezeichnet.


Geschlossene Fonds

Bei geschlossenen Fonds sind Anlagevolumen und die Höhe der Einlage von Anfang an festgelegt. Nachdem das geplante Investitionsvolumen erreicht wurde, wird der Fonds geschlossen und die Ausgabe von Anteilen eingestellt. Im Gegensatz zu offenen Fonds besteht keine Verpflichtung der Gesellschaft, Anteile zurückzunehmen. Diese können nur an einen Dritten, gegebenenfalls über einen meist nicht liquiden Zweitmarkt, verkauft werden. Der erzielbare Preis richtet sich dann nach Angebot und Nachfrage.

Bei geschlossenen Fonds haben die Anleger als beschränkt haftende Kommanditisten ein Stimmrecht, das meist auf einen Treuhänder übertragen wird. Je nach Fondskonstruktion werden Einkünfte aus Gewerbebetrieb, Kapitalvermögen oder Vermietung erzielt. Bei der Zeichnung werden in der Regel fünf Prozent Agio fällig.

Hedge-Fonds

Investmentfonds, der eine möglichst rasche und starke Vermehrung des Vermögens anstrebt. Dieses Ziel erreicht man durch eine hohe Umschlagsgeschwindigkeit der von ihm gehaltenen Kapitalanlagen und die Nutzung aller Spekulationsmöglichkeiten, wie Margenkäufe und Baissespekulationen. Dabei wird oft eine hochspekulative Anlagepolitik bei gleichzeitiger Begrenzung des Verlustrisikos betrieben. Diese Wertpapiere sind auf Grund der Börsenentwicklung der letzten Jahre Gesprächsstoff geworden. Hedge-Fonds streben eine von der Entwicklung der Aktienmärkte unabhängige Performance an. Das heißt: Es sollen stets Gewinne eingefahren werden, egal ob die Kurse nach unten oder oben gehen. Dies geschieht über etwa über Leerverkäufe oder Optionen.

Hedge-Fonds sind auf Grund des Investmentmodernisierungsgesetzes seit dem 1. Januar 2004 auch in Deutschland zugelassen. Auch diese Fonds unterliegen nun wie andere Fonds der deutschen Investmentbesteuerung. Erlaubt ist nicht nur der Vertrieb von Dachfonds, sondern auch von Single-Hedge-Fonds. Letztere dürfen aber nur von Kreditinstituten und Finanzdienstleistern mit einer Erlaubnis zur Anlage- und Abschlussvermittlung angeboten werden.

Immobilienfonds, offener

Investmentfonds, dessen Vermögen hauptsächlich in Immobilien und Grundstücken angelegt ist.

Im Jahre 1959 wurde in Deutschland der erste offene Immobilienfonds aufgelegt. Sie investieren die Anlagegelder in beliebig viele Grundstücksobjekte, geben laufend neue Anteile aus und nehmen diese auch wieder zurück. Ihre Konstruktion ist die gleiche wie bei herkömmlichen Investmentfonds, die etwa in Aktien oder Renten anlegen. Die Kapitalanlagegesellschaft muss in mehrere verschiedene Objekte investieren und darf nicht mehr als einen bestimmten Teil ihres Vermögens für ein Objekt aufwenden. Ein unabhängiger Sachverständigenausschuss bewertet die Objekte des Fonds einmal jährlich, zusätzlich bei besonderen Anlässen, wie einem Kauf oder Verkauf.

Durch diese Fondsform ist es selbst dem Kleinanleger möglich, sich an Immobilien im großen Stil zu beteiligen, wenn auch nur häppchenweise. Der Anteilsinhaber ist Teilhaber am Fondsvermögen, nicht aber direkter Miteigentümer an einem oder mehreren Objekten des Fonds. Diese Bewertung sowie der Tageswert des Kapitalvermögens des Fonds bilden die Grundlage für die Ermittlung von Ausgabe- und Rücknahmepreis. Der Ausgabeaufschlag ist hoch (meist fünf Prozent) und soll die Anleger wohl von einer langfristigen Geldanlage in Immobilienfonds überzeugen. Eine Rückgabe zum Tageswert ist allerdings jederzeit möglich, daher muss die Kapitalanlagegesellschaft auch immer einen Teil ihres Vermögens in liquiden Mitteln vorhalten. Hierdurch haben die Anleger die Sicherheit, immer sofort ihren Gegenwert in bar zu erhalten.

Die Ausschüttung besteht aus einem steuerpflichtigen (etwa Mieteinnahmen) und einem steuerfreien Teil (Veräußerungsgewinne von Liegenschaften, bei denen zwischen An- und Verkauf eine Zeitspanne von mindestens zehn Jahren liegt). Der steuerfreie Ertrag ergibt sich aus den Abschreibungen auf die Immobilien und der anschließende Verkauf zu einem höheren Wert. Steuerfrei bleiben auch Erträge aus Grundstücksanlagen im Ausland, auf deren Besteuerung im Inland laut DBA verzichtet wird. Hier erfolgt eine Besteuerung im Belegenheitsstaat. Diese Beträge sind dann im Rahmen des Progressionsvorbehaltes bei der Steuerberechnung zu berücksichtigen.

Die Erträge stellen Einnahmen aus Kapitalvermögen dar, obwohl es sich eigentlich um Mieteinnahmen handelt. Sie unterliegen Zinsabschlag. Das Halbeinkünfteverfahren findet keine Anwendung. Die Einnahme bemisst sich aus der Differenz von Mieterträgen und Kosten des Fondsvermögens und kann ausgeschüttet oder thesauriert werden.

Immobilienfonds, geschlossener

Sie sammeln das eingesammelte Vermögen gezielt für ein oder einige wenige Bauvorhaben und ziehen die Erträge nur aus diesem Vorhaben. Nach Ablauf der Zeichnungsfrist und Platzierung der Anteile kann man - im Gegensatz zu offenen Fonds - nicht täglich weiteres Kapital einzahlen. Wenn das für das Immobilienvorhaben erforderliche Kapital aufgebracht ist, werden von der Fondsgesellschaft keine Anteile mehr ausgegeben. Der Fonds ist geschlossen. Die Anleger werden meist Kommanditisten oder GbR-Gesellschafter, da die geschlossenen Immobilienfonds als GmbH & Co KG oder GbR strukturiert sind.

Die Anteile werden nicht gehandelt, eine tägliche Kursfeststellung oder -veröffentlichung findet nicht statt. Kaufinteressenten nach einer erfolgten Emission können Anteile nur erwerben, wenn ein Altbesitzer bereit ist, sie abzugeben. Der Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage und nicht in erster Linie wie bei offenen Fonds nach dem anteiligen Inventarwert. Eine Rücknahmegarantie gibt es nicht, ein liquider "Gebraucht-Immobilienfonds-Markt" ist nicht vorhanden.

Die als Steuersparmodell bezeichneten Immobilienfonds verschieben die steuerliche Belastung in eine spätere Phase. Die Verluste in den ersten Jahren werden bei ab dem 11. November 2005 gezeichneten Fonds erst einmal konserviert und können dann mit späteren Überschüssen verrechnet werden.

Index-Fonds

Investmentfonds, die genau in die Aktien oder Rentenwerte investieren, aus denen sich der Index zusammensetzt.

Als Hintergrund für diesen Anlagengrundsatz gilt, dass der private Anleger auf Grund nicht vorhandener ausreichender Geldmittel unmöglich sein Kapital in die gesamte Breite eines Aktien- oder Rentenmarktes investieren kann. Daher bieten Fondsgesellschaften ihm diese Möglichkeit an. Der Kurs der Anteile bewegt sich parallel zum zu Grunde liegenden Index. Hierdurch wird die Wahrscheinlichkeit reduziert, dass die Wertentwicklung des Fonds schlechter verläuft als der gesamte Markt. Auf der anderen Seite ergibt sich natürlich auch keine Möglichkeit, eine Überperformance zu erreichen.

Dieser Grundgedanke stammt aus den USA (Erstauflage im Jahre 1976), wo der marktbreite Standard & Poor's 500 Index die 500 wichtigsten amerikanischen Aktien in einem Index zusammenfasst. Ein Index-Fonds investiert nun in alle diese 500 Aktien, und zwar genau zu den Bruchteilen, zu denen sich der Index zusammensetzt. Ein privater Anleger müsste einen großen Geldbetrag investieren, um sich ein solches Portefeuille zusammenzustellen - und dann auch noch nach der einzelnen Gewichtung der Aktien. Die Anlage in solche Index-Fonds bietet auf der einen Seite natürlich die Möglichkeit, in einen Markt zielgerichtet zu investieren. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage, warum die Anlagegesellschaft für diese schematische, computergesteuerte Anlageweise Gebühren und Ausgabeaufschläge berechnet.

Die Ausschüttungsbeträge entsprechen jeweils der Summe aller Ausschüttungen der im Index enthaltenen Werte. Als (unausgesprochenes) Argument für den Index-Fonds gilt, dass die meisten Fonds es in der Vergangenheit nicht geschafft haben, den entsprechenden Index zu schlagen; Gebühren führen dann zu einem noch schlechteren Ergebnis.

Inflations-Fonds

Bei einer inflationsgeschützten Anleihe richten sich Verzinsung und Rückzahlungsbetrag nach der Entwicklung eines Verbraucherpreisindex. Für Anleger bedeutet dies also einen Schutz vor dem laufenden Kaufkraftverlust, während die Kurse herkömmlicher Anleihen bei anziehenden Marktzinsen fallen.
Allerdings stimmt die Rendite meist nur, wenn die Inflation während der Haltedauer auch wie erwartet deutlich anzieht. Durch den geringen Kupon zu Beginn liegt der Ertrag nur dann über dem von herkömmlichen festverzinslichen mit gleicher Laufzeit.

Leider bietet der heimische Rentenmarkt derzeit kaum Inflationsanleihen, auch unter dem Begriff Linker bekannt. Hier bieten sich entsprechende Fonds an, die marktbreit in solche Papiere investieren.

Investmentanteil

Recheneinheit für die Bemessung des Anteils eines Anlegers am Fondsvermögen eines Investmentfonds.

Investmentfonds

Investmentfonds sind Sondervermögen, die von einer Kapitalanlagegesellschaft verwaltet werden.

Das Fondsvermögen kann aus Aktien, Optionsscheinen, festverzinslichen Wertpapieren, Immobilien, Festgeld, Derivaten und / oder Geldmarktpapieren bestehen. Das Sondervermögen liegt auf einem gesperrten Depot bei einem Kreditinstitut. Wer sich an einem Investmentfonds beteiligt, erhält Anteilsscheine, die das Miteigentumsrecht an dem Fonds verbriefen. Diese Anteilsscheine können als effektive Stücke ausgegeben, in einem Depot verwaltet oder auf einem Konto bei der Kapitalanlagegesellschaft gutgeschrieben werden.

Kosten

Zu den Kosten einer Investmentgesellschaft gehören Ausgabeaufgeld, Verwaltungsvergütung, Depotbankvergütung und sonstige Kosten (beispielsweise Kosten für Berichterstattung, Depotgebühren).

Kurzläufer-Fonds

Investmentfonds, dessen Management überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere mit geringen (Rest-)Laufzeiten anlegt.

Länderfonds

Investmentfonds, die in Wertpapiere anlegen und deren Emittenten in einem bestimmten Land ihren Sitz haben.

Laufzeitfonds

Besondere Form von Rentenfonds, die zu einem fest vorgegeben Zeitpunkt aufgelöst werden und alle Gelder des Fonds an die Anteilseigner ausschütten.

Laufzeitfonds stellen die Ausgabe von neuen Anteilen in der Regel nach einem gewissen Zeitraum nach der Neuauflage wieder ein und thesaurieren die Erträge sofort wieder.

Die Fondsgesellschaft garantiert bereits zum Auflegungszeitpunkt den Wert, den der Fonds am Laufzeitende mindestens erreichen wird. Starke Kursschwankungen ergeben sich nicht, da die Wahl der Anleihen so getätigt wird, dass alle Wertpapiere spätestens zum Ende des Fonds fällig geworden sind, also ohne Kursrisiko zu 100 Prozent ausgezahlt werden.

Luxemburg-Fonds

Die im Februar 2007 zugelassenen Spezialfonds aus dem Großherzogtum gelten landläufig als flexibles Produkt für vermögende Privatanleger, um außer Landes unbegrenzte Steuerfreiheiten genießen zu können. Der Fonds mit Sitz in Luxemburg darf keiner breiten Öffentlichkeit und nur sachkundigen Anlegern angeboten werden. Sie kommen daher im Gegensatz zu Spezialfonds aus Deutschland auch für private Sparer in Betracht.

Luxemburger Fonds haben insbesondere zwei Vorteile:

Fondsgründung und -verwaltung können von nur einer Person durchgeführt werden - faktisch als Ersatz für das eigene Depot.

Die Investmentmöglichkeiten sind weitaus umfangreicher und flexibler als bei herkömmlichen Investment- oder Spezialfonds.

Zur Errichtung des Spezialfonds ist die Einmalanlage von 125.000 Euro notwendig. Da das Nettovermögen eines Spezialfonds allerdings mindestens 1,25 Millionen Euro beträgt, muss der Restbetrag innerhalb von zwölf Monaten an nachgeschossen werden. Aufgrund des Verwaltungsaufwands lohnt das Investment kaum, wenn lediglich das geforderte Startkapital eingebracht wird. Eine Beteiligung mehrerer Sparer in einem Fonds ist wenig ratsam, weil sich die Partner dann laufend über die richtige Anlagestrategie einigen müssen. Mehr als ein Familienverbund ist nicht praktikabel.

Luxemburger Spezialfonds unterliegen mangels öffentlichen Vertriebs in Deutschland nicht der deutschen Aufsicht, Sparer können somit vergleichbar einem Direktanleger auf die Anlagepolitik ihres Fonds Einfluss nehmen. Als weiterer Unterschied zu herkömmlichen Investmentfonds gibt es ein deutlich ausgeweitetes Anlagespektrum, das lediglich vom Grundsatz der Risikostreuung bestimmt ist. Auch Sicht eines deutschen Privatanlegers ergibt sich der Vorteil, indirekt in Wirtschaftsgüter investieren zu können, ohne dabei die individuelle Steuerungsmöglichkeiten aus der Hand geben zu müssen. Denn der Spezialfonds ist sowohl flexibel in der Wahl von der Anlagestrategie, als auch bei Ausschüttungshöhe und -zeitpunkt.

Ausschüttungen und Fondsrückgaben sind in Luxemburg nicht steuerbar und lösen auch keine Quellensteuern durch die EU-Zinsrichtlinie aus, sofern der Fonds nach den allgemeinen Vorgaben keinen allzu hohen Anleiheanteil aufweist.
Zu unterscheiden ist zwischen ausgeschütteten und einbehaltenen Erträgen:

  • Auf der Fondsebene thesaurierte laufende Einnahmen wie Zinsen, Mieten, Dividenden und steuerpflichtige Immobiliengewinne fließen dem Anleger als ausschüttungsgleiche Kapitalerträge zum Geschäftsjahresende des Fonds zu. Im Fonds erwirtschaftete Veräußerungsgewinne gelten als nicht zugeflossen.
  • Vom Fonds ausgeschüttete laufende Erträge gelten beim Anleger als Kapitaleinnahmen, Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren oder Termingeschäften sind für Privatanleger steuerfrei.

Der Anleger hat die Kapitaleinnahmen in der Steuererklärung anzugeben, ein Zinsabschlag wird vorab nicht einbehalten.

Das relativ neue Angebot auf dem Großherzogtum vielfach als der Königsweg zur Umgehung der Abgeltungsteuer gepriesen. Doch der erreichbare Steuervorteil ist mit jedem herkömmlichen heimischen Investmentfonds realisierbar. Für ehrliche Anleger machen sie nur aus reiner Steuersicht daher keinen Sinn, es müssen schon andere Motive zur Gründung eines Luxemburg-Vehikels vorliegen.

Im Rahmen der Abgeltungssteuer gilt die Steuerbefreiung nur noch für ausgeschüttete Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren und über den Terminmarkt, die der Fonds selbst vor dem 1. Januar 2009 angeschafft hat. Zusätzlich muss der Beteiligte seine Anteile vor Neujahr 2009 erworben haben.

Mid-Cap-Fonds

Investmentfonds, dessen Vermögen überwiegend in Aktien mittelgroßer börsennotierter Unternehmen angelegt ist.

Mindestanlagesumme

Mindestbetrag, den Investmentgesellschaften bei der Anlage in einen ihrer Fonds verlangen.

Mischfonds

Fonds, dessen Vermögen sowohl in Aktien als auch in festverzinsichen Wertpapieren (Renten) angelegt ist.
Je nach sich bietenden Marktchancen und entsprechend den Vertragsbedingungen können sie flexibel den Schwerpunkt innerhalb der beiden Anlageformen variieren.
Bestimmte Fonds dürfen bei ihrer Portfoliozusammensetzung auch Immobilienwerte einbeziehen.

Mischfonds eignen sich für Anleger, die ein gewisses Maß an Sicherheit suchen, gleichzeitig aber auch die Chancen des Aktienmarktes nutzen wollen. Das Chance-Risiko-Profil eines gemischten Fonds liegt zwischen einem Aktien- und einem Rentenfonds.

No-Load Funds

Investmentfonds, für die beim Kauf im Gegensatz zu normalen Fonds (Front-End-Load) beziehungsweise Fonds mit gestaffeltem Ausgabepreis (Back-End-Load) kein Ausgabeaufschlag erhoben wird. Die im Aufschlag erhaltene Vertriebsgebühr wird bei den No-Load-Fonds auf die Anlagejahre umgerechnet und dann vom Jahresertrag als zusätzliche Verwaltungskosten abgezogen.

Der Vorteil liegt in der Möglichkeit, Fondsanteile nunmehr auch kurzfristig zu veräußern, ohne einen Kursverlust durch den vorab gezahlten Aufschlag zu erzielen.

Nachteil: Bei einer Langfristanlage, beispielsweise zum Vermögensaufbau über 20 Jahre hinweg, sind sie ungünstiger, weil die anteilig verrechneten Aufschlagskosten jährlich erneut anfallen, während sie bei einmaliger Zahlung ein für allemal abgegolten wären. Die meisten Geldmarktfonds werden ohne Aufschläge ausgegeben, da sie zur Kurzfristanlage gedacht sind.

Offene Fonds

Investmentfonds, bei dem die Investmentgesellschaft laufend neue Anteile ausgibt. Da die Höhe des Fondsvermögens nicht begrenzt ist, können beliebig viele Anteile in Umlauf gebracht werden. Der Preis der Zertifikate richtet sich nicht nach Angebot und Nachfrage, sondern nach seinem tatsächlichen inneren Wert.

Öko-Fonds

Investmentfonds, die die Anlagegelder in Aktien von Firmen investiert, die sich mit dem Umweltschutz beschäftigen.

Da der Begriff "Beschäftigung" ein schwammiger Begriff ist, sind auch die Anlagekriterien der einzelnen Fonds sehr unterschiedlich. Es handelt sich hierbei zumeist um Aktiengesellschaften, die ihr Geld mit Windkraft, Recycling oder Bio-Produkten verdienen (wollen). Als Orientierungshilfe für Aktien aus dem Umweltbereich gilt der Natur-Aktien-Index NAX, der seit 1997 besteht und 20 international tätige Firmen umfasst.

Ökofonds eignen sich nicht für eine kurzfristige Geldspekulation, hierzu gibt es ausreichend lukrativere Alternativen. Sie eignen sich für den Anleger, der langfristig in einen Zukunftsmarkt investieren möchte und Ausdauer mitbringt. Denn nicht alle Firmen, die sich auf den Umweltschutz stürzen, haben damit Erfolg.

Optionsscheinfonds

Investmentfonds, die das eingezahlte Kapital gemäß den Anlagegrundsätzen (nahezu) ausschließlich oder überwiegend in Optionsscheine anlegen.

Die hierbei von den Managern realisierten Kursgewinne bleiben für Fondsanleger unabhängig von Haltefristen steuerfrei.

Performance

Wertentwicklung einer Kapitalanlage, meist in Prozent für einen bestimmten Zeitraum. Gemessen wird der Wertzuwachs des verwalteten Vermögens als Leistung der Geschäftsführung, bei Investmentgesellschaften also die Wertentwicklung eines Investmentfonds oder einer Investmentanlage.

Publikumsfonds

Investmentfonds, die einem breiten Anlegerpublikum zum Erwerb zur Verfügung stehen. Alle gängigen Fonds der Kapitalanlagegesellschaften werden als Publikumsfonds aufgelegt. Im Gegensatz hierzu stehen beispielsweise Spezialfonds, die das Vermögen weniger Anleger (z. B. Pensionsfonds oder Versicherungen) verwalten.

Quant Funds

Aktienfonds, deren Manager mit Hilfe spezieller Analyseverfahren besser abschneiden wollen als der vergleichbare Marktindex. Solche Analyseverfahren können beispielsweise künstliche neuronale Netze sein.

Rechenschaftsbericht

Zur Information der Anleger wird regelmäßig zum Geschäftsjahresende ein Rechenschaftsbericht erstellt, der Informationen zur Entwicklung des jeweiligen Wertpapiermarktes, Ausschüttung, steuerrelevante Daten und Anlagepolitik des Fonds liefert. Darüber hinaus erscheint jeweils zur Mitte des Geschäftsjahres für jeden Fonds ein Halbjahresbericht.

Regionen-Fonds

Fonds, dessen Vermögen hauptsächlich in Aktien und / oder Renten einer bestimmten geografischen Region oder eines bestimmten Wirtschaftsraumes angelegt ist.

REITs

Bei solchen Real Estade Investment Trusts handelt es sich um börsennotierte Immobiliengesellschaften, die von der Körperschaftsteuer befreit sind, wenn sie mindestens 95 Prozent ihrer steuerpflichtigen Einnahmen an die Anteilseigner ausschütten. REITs-Fonds investieren in solche Gesellschaften. Es handelt sich nicht um ausländische Immobilienfonds, sondern um Anteile an Aktiengesellschaften. Die Besteuerung erfolgt wie bei herkömmlichen Aktien, allerdings unterliegen Dividenden und Kursgewinne bereits vor 2009 nicht dem Halbeinkünfteverfahren.

Ausländische REITs werden an heimischen Börsen gehandelt. Deutsche G-REITs sind erstmals seit 2007 zugelassen und werden in einem eigenen Segment an der Frankfurter Börse gehandelt.

Rentenfonds

Fonds, die (nahezu) ausschließlich das ihnen anvertraute Vermögen in Anleihen oder fest oder variabel verzinsliche Wertpapiere investieren.
Dabei kann folgende Einteilung vorgenommen werden:

  • Fonds, die ausschließlich in deutsche Anleihen investieren
  • Fonds, die in auf Euro lautende Anleihen investieren
  • Fonds, die ausschließlich in ausländische Anleihen investieren
  • Fonds, die in deutsche und ausländische Anleihen investieren
  • Fonds, die in spezielle Fremdwährungen investieren, beispielsweise das britische Pfund
  • Fonds, die in Anleihen von Emittenten nach dem Grad ihrer Bonität investieren, von Junk-Bonds bis zur erstklassigen Qualität
  • Garantie- und Laufzeitfonds
  • Wandelanleihen- und Genussscheinfonds
  • Fonds, die einen (geringen) Teil in Optionen und Futures investieren
  • Fonds, die einen (geringen) Teil in Aktien investieren

Rohstofffonds

Branchenfonds, dessen Vermögen überwiegend in Aktien von Unternehmen investiert ist, die sich mit der Förderung oder Verarbeitung von Rohstoffen beschäftigen.

Rücknahmepflicht

Pflicht der Investmentgesellschaft, die ausgegebenen Anteile jederzeit wieder vom Anteilsinhaber zurückzunehmen.

Rücknahmepreis

Preis, den der Anleger beim Verkauf der Fondsanteile erhält. Der Rücknahmepreis entspricht dem Anteilwert. Er errechnet sich wie folgt: Sämtliche Vermögensgegenstände des Fonds (Immobilien, Wertpapiere, Bankguthaben) werden mit den zuletzt ermittelten Kursen bewertet. Davon zieht man die eventuell aufgenommenen Kredite und sonstige Verbindlichkeiten ab. Das Ergebnis ist das Fondsvermögen. Dieses wird dann durch die Anzahl der ausgegebenen Anteile geteilt, um den Nettoinventarwert eines Anteils zu ermitteln. Der Preis eines Fonds hängt also einzig von der Entwicklung des Fondsvermögens und nicht etwa von Angebot und Nachfrage nach Fondsanteilen ab.

Small-Cap-Fonds

Investmentfonds, der hauptsächlich in Aktien kleinerer Unternehmen, die Wachstum versprechen, investiert.

Sondervermögen

Das bei einer Investmentgesellschaft gegen Ausgabe von Anteilscheinen eingelegte Kapital und die damit angeschafften Vermögensgegenstände bilden das Sondervermögen. Die Kapitalanlagegesellschaften dürfen mehrere solche Sondervermögen halten, sie müssen sich aber durch ihre Unterzeichnung unterscheiden und vom eigenen Firmenvermögen getrennt werden.

Spezialfonds

Investmentfonds, deren Anteilsscheine auf Grund schriftlicher Vereinbarung mit der Kapitalanlagegesellschaft jeweils von nicht mehr als 100 Anteilsinhabern, die keine natürlichen Personen sind, gehalten werden (z. B. Lebensversicherungen, Pensionskassen, Unterstützungskassen, berufsständische und kirchliche Versorgungswerke, Unternehmen - insbesondere bei der Anlage von Pensionsgeldern -, Stiftungen, Verbände sowie kirchliche und andere karitative Einrichtungen); sie stehen daher einem breiten Anlegerpublikum nicht zur Verfügung.
Alle gängigen und bekannten Fonds der Kapitalanlagegesellschaften werden im Gegensatz hierzu als Publikumsfonds aufgelegt.

Sofern sich natürliche Personen im Inland über vermögensverwaltende Gesellschaften oder im Ausland an Spezialfonds beteiligen, gibt es beim Erwerb nach dem 9. November 2007 einen verkürzten Bestandsschutz vor der Abgeltungsteuer.

Steueroptimierte Fonds

Ein Steuersparfonds, auch steueroptimierter Investmentfonds genannt, legt die eingezahlten Gelder in Werte an, die niedrig oder gar nicht versteuert werden. Es handelt sich bei den Anlagen um Swap-Geschäfte oder Anleihen, die ihre Erträge auf Grund von niedrigen Kupons abwerfen.

Eine eindeutige Definition, was als Sparfonds gilt, gibt es nicht. Manche Fonds erwirtschaften 100 Prozent der Erträge steuerfrei, andere maximal 75 Prozent. Die Anlage lohnt sich für konservative Anleger, die auf Grund eines hohen persönlichen Steuersatzes auch eine Vorsteuerrendite unter dem Durchschnitt bewusst in Kauf nehmen.

Es ergeben sich keine Besonderheiten zur Besteuerung herkömmlicher Investmentfonds, die Auswahl der steuermindernden Anlagen wird durch die Gesellschaft durchgeführt.

Swap-Geschäfte

Hier werden höherverzinste Währungen in niedrig verzinste getauscht und der Wert der Fremdwährung wird bereits im Zeitpunkt auf die Endfälligkeit abgesichert.

Die Währungsgewinne ergeben sich aus dem unterschiedlichen Zinsgefüge zwischen den beiden Ländern. Ein Anleger aus dem niedrig verzinslichen Land geht bei einem Währungstermingeschäft einen Kursverlust ein, um sich die höheren Renditen der Fremdwährung zu sichern.

Switchen

Der Wechsel innerhalb der Fondspalette einer Investmentgesellschaft von einem Fonds in einen anderen.

Thesaurierende Fonds

So wird ein Fonds bezeichnet, bei dem die Fondsgesellschaft den erwirtschafteten Ertrag nicht ausschüttet, sondern im Fondsvermögen belässt. Der Wert der Anteilscheine erhöht sich dadurch automatisch von Jahr zu Jahr.

Bei der Wahl des Investmentfonds sollte der Kunde aber nicht ein übergroßes Augenmerk auf die Höhe der Ausschüttungen legen. Viel entscheidender sind in den meisten Fällen die Wertsteigerungen der Anteilscheine.

Turnaround-Fonds

Fonds mit überwiegend in Aktien angelegtem Vermögen, die aufgrund ihrer Ertragsschwäche eine enttäuschende Kursentwicklung zeigen, von denen das Fondsmanagement jedoch eine in absehbarer Zeit bevorstehende Kurswende nach oben erwartet.

Umweltfonds

Investmentfonds, der hauptsächlich in Aktien von Unternehmen investiert, die im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Verkaufsprospekt

Der Verkaufsprospekt enthält alle Angaben, die für die Beurteilung der Investmentanlage von wesentlicher Bedeutung sind.

Wandelanleihefonds

Die heftigen Schwankungen an den Aktienmärkten wie etwa durch die Hypotheken-Krise lassen sich mit Wandelanleihen abmildern. Sie begrenzen das Risiko, ohne auf Gewinnchancen zu verzichten. Weltweite Studien zeigen, dass diese so genannten Convertibles Aktienkursgewinne zu 70 Prozent und Verluste nur mit 50 Prozent mitmachen.
Dieses Produkt funktioniert wie eine normale Unternehmensanleihe, bietet aber einen geringeren Kupon und dafür dem Anleger bis zur Fälligkeit das Recht zum Tausch in Aktien zu einem festen Wandelpreis. Der Sparer bekommt als garantierte Zinseinnahmen sowie die Aussicht auf Kursgewinne mit der Anleihe und bei der Wandlung. Verluste gibt es nicht, denn am Laufzeitende wird der Nominalwert ausbezahlt, sofern der Anleger sein Umtauschrecht nicht ausübt.

Leider sind viele an der Börse notierten Wandelanleihen erst ab einem Mindestnennwert von 50.000 Euro erwerbbar. Daher empfiehlt sich der Umweg über Fonds, die auch eine breite Streuung ermöglichen.

Wertpapier-Kennnummer (WKN)

Sie ist eine sechsstellige Zahl, die jedes Wertpapier - also auch jeden Fonds - eindeutig identifiziert.

Die WKN wird zunehmend durch die international anerkannte ISIN abgelöst.

Zertifikat

Der Begriff ist lediglich ein Sammelbegriff für besonders strukturierte Wertpapiere und rechtlich nicht geschützt. Somit können Emittenten ihre Produkte nach Belieben Zertifikate nennen. Es handelt sich um Inhaberschuldverschreibungen, deren Ertrag sich nach vorher festgelegten Kursentwicklungen bemisst. Dieses Produkt ist in den letzten Jahren ein Renner unter den Privatanlegern und zur Konkurrenz für Investmentfonds geworden und wird in vielen Varianten angeboten. Die wichtigsten, wie etwa Discount-, Bonus-, Garantie oder Indexzertifikate.

Zwischengewinn

Darunter versteht man den im Anteilpreis enthaltenen Ertragsanteil, soweit er sich aus Zinsen und Zinsansprüchen zusammensetzt. Er unterliegt der Einkommensteuer sowie der 30prozentigen Zinsabschlagsteuer. Bis 2003 musste die Fondsgesellschaft den Teil des Ertragszuwachses, der aus Zinserträgen und Zinsansprüchen resultiert, börsentäglich als Zwischengewinn gesondert ermitteln und veröffentlichen. Der Käufer von Investmentanteilen konnte den gezahlten Zwischengewinn in seiner Steuererklärung als negative Einnahmen steuermindernd verrechnen, der Verkäufer hingegen musste den erhaltenen Zwischengewinn als Kapitalertrag versteuern.

Zum 1. Januar 2004 wurde die gesonderte Ermittlung und Versteuerung des Zwischengewinns mit dem neuen Investmentsteuergesetz abgeschafft. Diese Vereinfachungsmaßnahme hatte gerade mal ein Jahr Bestand, denn zum 1. Januar 2005 wurde die Zwischengewinnbesteuerung wieder eingeführt (mit dem EU-Richtlinien-Umsetzungsgesetz).

Der Zwischengewinn, der beim Kauf des Investmentanteils bezahlt wird, stellt wie gezahlte Stückzinsen eine negative Einnahme aus Kapitalvermögen dar, der im Zeitpunkt des Erwerbs von den sonstigen Kapitaleinnahmen abgezogen werden kann. Durch diese Zwischengewinn-Besteuerung ist die Fondsanlage der Direktanlage gleichgestellt. Vorteil: Anleger müssen den über eine Ausschüttung oder Thesaurierung am Geschäftsjahresende zugeflossenen steuerpflichtigen Zinsanteil nur zeitanteilig versteuern.

Die Zwischengewinnbesteuerung hat zur Folge, dass bei Renten- und Geldmarktfonds keine steuerfreien Erträge mehr durch den Verkauf der Anteile kurz vor dem Ausschüttungstag realisiert werden können. Aktien- und Hedge-Fonds sind von der Besteuerung des Zwischengewinnes nur betroffen, soweit sie Erträge aus sonstigen Wertpapieren oder Festgeldern erhalten haben. Denn Dividenden und Kurserträge werden nicht erfasst.

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